Reutlingen - Kickers

Im Vorfeld des Spiels wurde von der Presse mit aller Mühe versucht einen „Eklat“
um das anstehende Derby zwischen den Blauen und unseren 05ern zu konstruieren.
Von Eklat war im Stadion dann nicht mehr viel zu spüren, das Prädikat Derby
hatte das Spiel jedoch allemal verdient, wenn man vom Geschehen auf dem Rasen
ausgeht. 3 Tore in 3 Minuten, zwei rote und jede Menge gelbe Karten,
Pöbeltorjubel der Kickersspieler Richtung Block E und alles was das Fußballherz
begehrt. Auf den Rängen, sowie bei der An- und Abreise blieben die Blauen von
der Waldau doch eher blass. Nach eigenen Angaben 150 Mann im Gästeblock, was
durchaus realistisch ist. Deren Anfeuerungsversuche dank schlechter Akustik und
dem selbst produziertem Lärm jedoch nicht wahrzunehmen. Einzig die üblichen
Pöbeleien und die Taschentuch-Abschieds-Häme erreichten unseren Block. Auch hier
stellt sich die Frage, ob die Jungs da drüben sich der Situation des eigenen
Vereins so bewusst sind, wie ihrem deutlich affektierten Hassgehabe. Wie sagt
das schöne Lied so treffend, „ …wer zuletzt lacht, lacht am besten…“
Auf der Sonnenseite des Stadions 406 Singwütige im Heimblock, wovon wohl rund
180 Anhänger der richtigen Stuttgarter Farben mit von der Partie waren. Alle
waren in Roten Shirts gekleidet, was ein sehr schönes Bild ergab. Weg vom
Einheitsschwarz auf den Rängen! Support unsererseits laut und durchgängig,
jedoch auch ungewohnt schnell und nicht optimal koordiniert. Ein Nebeneffekt,
wenn die Anzahl der Anwesenden von Spiel zu Spiel doch sehr weit auseinander
geht. Optisch wurde ein kleines Highlight der Saison zum Besten gegeben. Zu
Beginn des Spiels gab es Alu-SSV-Wappen unter dem Motto „selbst in den
dunkelsten Zeiten strahlst du für mich – denn dein Glanz wird nie vergeh’n“ zu
bestaunen. Die Spruchbänder und Wappen waren schön ausgearbeitet, jedoch blieb
trotz Abendspiel aufgrund der noch fehlenden Flutlichtbeleuchtung der gewünschte
Reflektionseffekt der Wappen aus. Die zweite Hälfte begann damit, dass ein
kleiner Vertreter der Blauen Bomber durch den Block gescheucht wurde und
versuchte vor den Reutlinger Bedrängern auf den heimischen Fernsehturm zu
flüchten. Dieser wurde geschüttelt und der Kleine machte einen Abgang im hohen
Bogen und fiel in den Block, wo er bereits freudig erwartet wurde. Anschließend
wurde der Fernsehturm noch durch hissen einer Reutlinger Fahne in Besitz
genommen. Die Hook des Eminem-Hits „Toy Soldiers“ rundete das ganze per
Spruchband und musikalischer Untermalung ab.
Durch die vielen Interaktiven Elemente und der zahlreichen Details hat diese
Choreo ein besonderes Lob verdient. Dieses geht an den Reutlinger Nachwuchs, die
in kompletter Eigenregie und mit vielen Debütanten beide Aktionen vorbereiteten.
Ihr seid eine Bereicherung für unsere Gruppe, hört niemals auf besser zu werden!